Unfallkommission für Wildunfälle tagt bei der Polizei Rotenburg

Unfallzahlen steigen weiter

Landkreis Rotenburg. Seit Jahren stellen Wildunfälle ein erhebliches Problem für Polizei, Jägerschaft und vor allem für die Autofahrer auf den Straßen des Landkreises dar. Jeder dritte Verkehrsunfall resultiert aus einer ungewollten Begegnung mit einem Wildtier. Alle zwei Jahre trifft sich aus diesem Grund die Unfallkommission für Wildunfälle bei der Rotenburger Polizei mit dem Ziel diese Unfallzahlen zu senken. Landkreis, Straßenbauamt, Straßenmeisterei, Jägerschaft, Verkehrswacht, ADAC und Polizei schickten im November ihre Vertreter, um über die Möglichkeiten der Unfallprävention zu diskutieren.

„2016 hat die Anzahl der Wildunfälle auf den Straßen des Landkreises den Spitzenwert erreicht," so Polizeihauptkommissar Christoph Steinke. 1953 Zusammenstöße verzeichnete er nach einem Wildwechsel. In den meisten Fällen kam es zu Blechschäden. Bei fünfzehn Unfällen wurden Menschen leicht, bei vier allerdings auch schwer verletzt.

Arbeiten für die Unfallkommission im Landkreis Rotenburg: v.l.: Johannes Fuhr, Verkehrswacht Bremervörde-Zeven; Florian Ose, Straßenbaumamt Verden; Christoph Steinke, Polizei Rotenburg; Uwe Bausdorf, Verkehrswacht Rotenburg; Ulrike Ringen, LK Rotenbur  
Arbeiten für die Unfallkommission im Landkreis Rotenburg: v.l.: Johannes Fuhr, Verkehrswacht Bremervörde-Zeven; Florian Ose, Straßenbaumamt Verden; Christoph Steinke, Polizei Rotenburg; Uwe Bausdorf, Verkehrswacht Rotenburg; Ulrike Ringen, LK Rotenbur

Wer jedoch einen Wildunfall im eigenen Auto selbst erlebt hat, wird angesichts dieser Eindrücke nicht von einem Bagatellschaden sprechen - auch wenn dabei niemand verletzt wurde. Unfallbeteiligte berichten nicht selten davon, dass ihnen der Schreck noch lange nach einem Zusammenstoß mit einem Wildtier in den Kleidern steckt. „Die emotionale Seite eines Wildunfalls wird in der Betrachtung schnell vergessen", so Ulrike Ringen, Leiterin der Straßenverkehrsabteilung des Landkreises Rotenburg.

Erfahrungsgemäß ereigneten sich die meisten Wildunfälle während der Brut- und Setzzeit im Mai und der Brunft im Oktober und November. Unterschiedliche Maßnahmen zur Verhinderung hatten in den vergangenen Jahren bei der Unfallbekämpfung nicht zum Erfolg geführt. Die Gemeinschaftsaktion „3Beine-ein Ziel", bei der seit 2009 mit magentafarbenen, hölzernen Gestellen am Fahrbahnrand vor Unfallgefahr durch Wildwechsel gewarnt wurde, zeigte keine durchschlagende Wirkung und wurde eingestellt. Auch blaue Reflektoren an Leitpfosten, die aufmerksamen Autofahrer sicherlich aufgefallen sein dürften, brachten keinen Erfolg.

Einen genauen Blick warf die Runde auf die als wildunfallträchtig ausgeschilderten Strecken auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Viele Bereiche bleiben unverändert. Bei anderen, wo die Unfallzahlen über Jahre zurückgegangen sind, werden Schilder abgebaut. Es kommen aber auch neue Warntafeln hinzu. In diesem Zusammenhang wiesen die Vertreter der Kommission noch einmal darauf hin, das Unterholz an der Straßenrändern auszulichten sei, damit Verkehrsteilnehmer möglichen Wildwechsel rechtzeitig erkennen können.

Verkehrsexperte Steinke brachte es abschließend auf den Punkt:" Es gelingt uns seit Jahren nicht, Verkehrsteilnehmer zum langsameren Fahren in wildgefährderten Bereichen zu bewegen." Damit benannte er das eigentliche Hauptproblem. Angepasste Geschwindigkeit und besondere Vorsicht an Wildstrecken scheint auch künftig das wirkungsvollste Mittel zu sein, um sich vor einem Wildunfall zu schützen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln