Kriminalitätslage 2020 im Landkreis Stade - Polizeiinspektion Stade veröffentlicht Kriminalstatistik für das vergangene Jahr

Allgemeines

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) dient der

  • Beobachtung der Kriminalität und einzelner Deliktsarten, des Umfanges und der Zusammensetzung des Tatverdächtigenkreises sowie der Veränderung von Kriminalitätsquotienten,
  • Erlangung von Erkenntnissen für vorbeugende und verfolgende Kriminalitätsbekämpfung, organisatorische Planungen und Entscheidungen sowie kriminologisch-soziologische Forschungen und kriminalpolitische Maßnahmen.

In der PKS werden nur die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche registriert. Die Erfassung erfolgt nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen bei Abgabe der Verfahren an die Staatsanwaltschaft. Die Aktualität der PKS wird daher durch Straftaten mit langer Ermittlungsdauer gemindert.

Folgende mögliche Aspekte können die Entwicklung der Zahlen in der PKS beeinflussen:

· Anzeigeverhalten (zum Beispiel unter Versicherungsaspekten),

· polizeiliche Kontrollintensität,

· Änderung der statistischen Erfassung,

· Änderung des Strafrechts,

· echte Kriminalitätsänderung.

Die PKS bietet kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität.

Inhalt

1. Entwicklung der Gesamtkriminalität


a. Anzahl der Straftaten im Vorjahresvergleich

b. Wesentliche Veränderungen

c. Häufigkeitszahl im Landkreis Stade


2. Tatverdächtige


a. Tatverdächtige nach Altersgruppen

b. Tatverdächtige nach Nationalität


3. Entwicklung ausgewählter Delikte.


a. Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte.

b. Häusliche Gewalt.

c. Diebstahl, Einbruch und Eigentum..

d. Betrug

e. Besitz oder sich Verschaffen von Kinderpornographie

f. Körperverletzung

g. Jugendkriminalität


1. Entwicklung der Gesamtkriminalität

a. Anzahl der Straftaten im Vorjahresvergleich

Die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten in der Polizeiinspektion Stade ist laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) im vergangenen Jahr leicht um 244 Taten (rund 2,2 Prozent) gestiegen. Insgesamt sind 11.159 Delikte zu verzeichnen (Vorjahr: 10.915).

Aufgeklärt wurden im Berichtsjahr 7.410 Fälle (+ 377 Fälle) was einer Aufklärungsquote von 66,49 % (64,53 %) entspricht. Die Aufklärungsquote ist damit auf dem bisher höchsten Stand im Landkreis Stade und seit der Jahrtausendwende kontinuierlich um ca. 20 % gesteigert worden.

Die Verteilung des Kriminalitätsaufkommens im Landkreis Stade ist wie im Vorjahr unabhängig von der tatsächlichen Bearbeitung annähernd ausgeglichen: Während im Stader Bereich 5.359 Straftaten registriert wurden, waren es im Buxtehuder Bereich 5.800 Taten.

Polizeioberrat Jan Kurzer, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Stade, zeigte sich erfreut über die erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung im Landkreis Stade, die er seit dem 01.07.2020 verantwortet.

„Die Fallzahlen sind trotz der Corona-Pandemie auf annähernd dem gleichen Niveau geblieben, aber die Schwerpunkte haben sich etwas verschoben. Einem spürbaren Rückgang bei den Eigentumsdelikten steht ein deutlicher Anstieg bei den Betrugsdelikten gegenüber.“

Besonders erfreut ist Kurzer über die hervorragende Aufklärungsquote von 66,49 %, die beste aller Zeiten im Landkreis Stade.

b. Wesentliche Veränderungen

Die Gesamtanzahl der bekanntgewordenen Straftaten ist im mehrjährigen Vergleich auf einem niedrigen Stand.

Die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist in den vergangenen beiden Jahren in der Polizeilichen Kriminalstatistik gestiegen (2020: 207; 2019: 167). Dies begründet sich auch durch das „Fünfzigste Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches - Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung“ vom 04.11.2016. Mit diesem wurden im Sexualstrafrecht bisherige Straftatbestände geändert und neue Straftatbestände geschaffen. Im PKS-Straftatenkatalog sind bereits 2017 erste Umsetzungen erfolgt, weitere Anpassungen folgten in der aktuellen PKS. In beiden Jahren ist der Anstieg zu verzeichnen. Diese Gesetzesänderung hat zur Folge, dass der Vergleich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit den Vorjahren nicht bzw. nur eingeschränkt möglich ist.

Die PI Stade hat erstmals nach 10 Jahren keinen Mord zu vermelden. Bei den 10 Straftaten gegen das Leben handelt es sich in allen Fällen um Totschlagsdelikte, 3 von ihnen sind bereits in den Jahren 2018/1019 angezeigt, aber erst in 2020 endabgegeben worden. Alle diese Taten konnten aufgeklärt werden.

c. Häufigkeitszahl im Landkreis Stade

Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner, ist mit 5.456 zu verzeichnen (2019: 5.374).

Die Häufigkeitszahl im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg liegt im Berichtszeitraum bei 5.844 (2019: 5.860) und im gesamten Bundesland Niedersachsen wurden 6.219 Straftaten je 100.000 Einwohner registriert (2019: 6.346).

Der Landkreis Stade liegt demnach im Vergleich mit anderen Landkreisen und auch im Vergleich mit dem Landesschnitt in einem sehr guten Bereich.

2. Tatverdächtige

Insgesamt konnten im Berichtsjahr 4.639 Tatverdächtige ermittelt werden (2019: 4.800).

a. Tatverdächtige nach Altersgruppen

Kinder (0 bis unter 14 Jahre) wurden 2020 in 3,17 % der Fälle als Tatverdächtige ermittelt, in 10,54 % der Fälle waren dies Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre). Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) waren mit einem Anteil von 11,36 % vertreten, 21 und älter waren 74,93 % der Tatverdächtigen. Der überwiegende Anteil der Tatverdächtigen von 75,90 % war männlich.


b. Tatverdächtige nach Nationalität

72,71 % der 4.639 ermittelten Tatverdächtigen im Berichtsjahr sind deutscher Nationalität. Die Verteilung stellt sich somit ähnlich wie in 2019 dar: 72,71 % deutsche Tatverdächtige, 27,29 % nichtdeutsche. 60 Tatverdächtige mit unerlaubtem Aufenthalt in Deutschland stellen in 2020 mit 1,29 % einen geringen Anteil an allen Tatverdächtigen dar (2019: 1,5 %).

Die Entwicklung der tatverdächtigen Flüchtlinge wird unter Punkt 3.d näher erläutert.

3. Entwicklung ausgewählter Delikte

a. Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte

2020 wurden 79 Fälle mit 185 geschädigten Polizeivollzugsbeamten (2019: 78 Fälle mit 198 geschädigten Polizeivollzugsbeamten) bekannt. In der Mehrheit geschah die Gewalteinwirkung durch Schlagen und/oder Treten.

Am häufigsten treten Widerstandshandlungen während Festnahmen und Personenüberprüfungen auf, indem versucht wird, sich der Kontrolle bzw. Festnahme zu entziehen.

Die Täter von Widerstandshandlungen sind überwiegend männlich, eher jung und stehen oftmals unter Alkoholeinfluss oder anderen berauschenden Mitteln. Etliche der Täter sind bereits polizeilich bekannt.

Die meisten Übergriffe ereigneten sich an Wochenenden und hier besonders in den Abend- und Nachtstunden.

Dass es in den meisten Fällen im Einsatzgeschehen nur leichte Verletzungen gab, ist in erster Linie dem professionellen Verhalten der Polizeikräfte zu verdanken.

Dazu Polizeipräsident Ring in der Pressemeldung der Polizeidirektion Lüneburg:

„Diesen Bereich betrachte ich nach wie vor mit Sorge. Die Angriffe auf Kolleginnen und Kollegen von Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr sind zum Teil schwere Straftaten und müssen konsequent verfolgt werden. Derartige Angriffe sind nicht zu tolerieren und auf das Schärfste zu verurteilen. Wir achten darauf, dass unsere Einsatzkräfte immer gut vorbereitet in Einsatzsituationen gehen. Dazu gehört neben einer umfangreichen Aus- und Fortbildung auch eine professionelle Ausstattung. Neben dem flächendeckenden Einsatz von Bodycams in allen Polizeiinspektionen freue ich mich über die Einstellung von sechs sogenannten Intelofficern in der Kooperativen Leitstelle Lüneburg. Die Intelofficer beschaffen nützliche Informationen für das Einsatzgeschehen in Echtzeit und bereiten unsere Einsatzkräfte auf den Straßen so bestmöglich auf die Einsätze vor.“

b. Häusliche Gewalt

Die Entwicklung der häuslichen Gewalt wird vor dem Hintergrund der deutlich reduzierten Kontaktmöglichkeiten außerhalb des eigenen häuslichen Umfeldes von der Polizeiinspektion Stade besonders beobachtet. Die Gesamtzahl in der PI Stade ist trotz der Corona-Rahmenbedingungen insgesamt deutlich rückläufig gewesen. Im Jahr 2019 wurden 444 Fälle in dem Kontext „häuslicher Gewalt“ erfasst, im Jahr 2020 waren es dagegen nur 374 Fälle, was einen Rückgang von 15,77 % darstellt.

Die Ursachen für diese geringeren Fallzahlen lassen sich nur mutmaßen:

· Durch die Kontaktbeschränkungen im Lock down haben die Opfer weniger

Gelegenheiten, unbeobachtet aus dem unmittelbaren Wohnumfeld heraus

Hilfe zu suchen. In vielen Fällen ist der „Peiniger“ durch Kurzarbeit, Jobverlust oder

evtl. auch „Home Office“ ständig anwesend und kontrolliert somit das Geschehen zu Hause rund um die Uhr.

· Durch die Kontaktbeschränkungen sind Zusammentreffen mit anderen Verwandten, Freunden Nachbarn, Kollegen etc. auf ein Minimum reduziert, so dass sich die Opfer außerhalb

des häuslichen Umfeldes diesem Personenkreis nicht anvertrauen konnten, der sie dann ggfls. animieren/ unterstützen würde, sich professionelle Hilfe zu holen.

c. Diebstahl, Einbruch und Eigentum

Die Anzahl der Diebstahlsdelikte ist im Berichtsjahr um 6,24 % auf insgesamt 3.548 Taten gesunken, wobei die Aufklärungsquote bei 38,08 % lag (2019: 35,6 %). Sowohl beim einfachen Diebstahl mit 1.952 Taten (2019: 1.988) als auch beim schweren Diebstahl mit 1.596 Taten (2019: 1.796) ist dieses Ergebnis zu verzeichnen.

Während beim Wohnungseinbruchsdiebstahl mit 227 Taten (2019: 211) ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, wurde bei Diebstahl aus Kraftfahrzeugen mit 156 Taten (2019: 214) ein deutlicher Rückgang verzeichnet.

Die signifikantesten Veränderungen beim schweren Diebstahl sind:

Jan-Dez 2019

Jan-Dez 2020

Veränderung absolut

Veränderung in %

Schwerer Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-,

Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen

197

147

-50

-25,38 %

Wohnungseinbruchdiebstahl

211

227

+16

+7,58 %

Schwerer Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen

214

156

-58

-27,10 %

Beim Diebstahl ohne erschwerende Umstände liegen die auffälligsten Änderungen der Fallzahlen beim:

Jan-Dez 2019

Jan-Dez 2020

Veränderung absolut

Veränderung in %

Einfacher Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-,

Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen

99

43

-56

-56,56 %

Einfacher Diebstahl in/aus überwiegend

unbezogenen Neu- und Rohbauten und Baustellen

24

32

+8

+33,33 %

Diebstahl von Kraftwagen

63

37

-26

-41,27 %

72 Fälle von Wohnungseinbrüchen konnten in 2020 aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote beträgt somit 31,72 % (2019: 30,33 %).

Auffallend ist, dass im Bereich der PD Lüneburg die Zahlen für den Wohnungseinbruch bei allen Polizeiinspektionen gefallen sind. Lediglich bei der PI Stade wurden 19 Taten mehr endabgegeben als im Vorjahr (von 322 auf 341 Taten).

Der starke Rückgang von Wohnungseinbruchdiebstählen in der PD ist auch hier ein Ausfluss der Pandemie 2020. Durch die Lock Downs war die Bevölkerung mehr oder weniger an ihr Zuhause gebunden. Reisen und Besuche waren kaum noch möglich. Hinzu kam der immer größer werdende Anteil von Berufstätigen, denen die Arbeit von zu Hause aus ermöglicht wurde. Die Täter hatten nur noch begrenzt ungestörten bzw. unbeobachteten Zugang zu Einfamilienhäusern.

Dass sich in der PI Stade ein anderer Trend abzeichnet, liegt an einer Serie von Wohnungseinbruchdiebstählen in der Zeit vom Juli bis Oktober 2019. Diese Vorgänge wurden erst 2020 endabgegeben:

Aufgrund der Festnahme eines 38jährigen Jugoslawen bei einem Tageswohnungseinbruch sowie mehrfacher Zeugenbeobachtungen eines dunkelblauen Passats mit Kennzeichenerkennung, konnten Beschlüsse zur längerfristigen Observation des Fahrzeuges sowie zur Überwachung der Telekommunikation des Beschuldigten erwirkt werden.

Die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle beim Fahrraddiebstahl ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken (2020: 618; 2019: 714). 123 dieser Fälle konnten aufgeklärt werden, das entspricht einer Aufklärungsquote von 19,90 %.

d. Betrug

Die Fallzahlen im Betrugsbereich sind in 2020 um 33,47 % auf 1651 (2019: 1237) angestiegen, sie machen insgesamt 14,80 % am Gesamtstraftatenaufkommen in der PI Stade aus. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 81,83 %.

Als eine der Hauptursachen ist in diesem Deliktsfeld der Anstieg im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte anzusehen. Ursächlich hierfür sind Straftaten zum älterer Menschen (falsche Polizeibeamte, Gewinnversprechen usw.) fingierte Rechnungen an Firmengründer, Tankbetrügereien aber auch Warenbetrügereien im Internet z. B. beim Ebay-Handel. Dieses Phänomen hat aufgrund der Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie deutlich zugenommen.

e. Besitz oder sich Verschaffen von Kinderpornographie

In diesem Deliktsfeld ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle von 11 in 2019 auf 24 in 2020 angestiegen was einer Steigerung von 118 % entspricht.

Bei näherer Betrachtung des Alters der insgesamt 67 Tatverdächtigen tragen 40- bis 60jährige und Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren einen vermehrten Anteil an diesen Straftaten.

Aufgrund eines US-Bundesgesetzes sind US-amerikanische Provider seit 2020 verpflichtet, dort bekannt gewordene strafrechtlich relevante Sachverhalte an die halbstaatliche Organisation „National Center for Missing and Exploited Children“ (NCMEC) weiter zu leiten. Diese Organisation nimmt darüber hinaus auch Hinweise von Privatpersonen entgegen.

Die dort eingehenden Hinweise münden in standardisierte Berichte, welche an die für die weiteren Ermittlungen zuständigen Behörden in den USA und im Ausland gehen. Im hiesigen Zuständigkeitsbereich ist Anlaufstelle das LKA Hannover, Dez. 38. Hier wurde eigens für die Bearbeitung von kinderpornographischen Delikten ein Personalkörper von ca. 30 Bediensteten geschaffen, der die Verfahren anlegt und an die tatortbezogenen Dienststellen versendet.

Die NCMEC-Verfahren haben in der PI Stade in diesem Berichtsjahr daher zu einem erhöhten Aufkommen von KIPO-Verfahren gesorgt und es muss davon ausgegangen werden, dass die Fallzahlen durch dieses neue Verfahren auch in der Zukunft auf einem hohen Niveau bleiben.

Bei der Polizeiinspektion Stade wurde daher ein eigenes Sachgebiet „KiPo“ gebildet, in dem Beamtinnen und Beamte Datenträger in Größe von jeweils mehreren Terrabyte auswerten und die einzelnen Fotos und Filme nach Anzeichen von Kinderpornografie sichten müssen.

f. Körperverletzung

Die Anzahl der Körverletzungsdelikte ist im Berichtsjahr von 1249 in 2019 auf 1169 in 2020 also um 6,4 % zurückgegangen. In diesem Deliktsbereich liegt die Aufklärungsquote bei 93,67 %.

Der größte Teil der Taten ist dabei der einfachen Körperverletzung mit rund 800 Taten zuzuschreiben.

Insgesamt wurden hier 1.016 Tatverdächtige (834 Männer/182 Frauen) ermittelt.

g. Jugendkriminalität – junge Tatverdächtige

Die Anzahl der aufgeklärten Fälle im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität sind im Berichtszeitraum nahezu gleichgeblieben (951 in 2019, 953 in 2020). Das sind 8,5 % aller bekannt gewordener Taten im Bereich der Polizeiinspektion Stade.

Es wird aufgrund der Änderung im Umgang mit den Tatverdächtigen bis 21 Jahren nunmehr von jungen Tatverdächtigen, unterschieden in Kinder/ Jugendliche/ Heranwachsende, gesprochen.

Die Anzahl der jungen Tatverdächtigen ist von 1183 auf 1163 gesunken. Hierbei stellt diese Gruppe einen Anteil von 25,0 % aller Tatverdächtigen dar (2019: 24,6 %).

Im Bereich der Rohheitsdelikte, welcher maßgeblich durch die Phänomenbereiche der Raub- und Körperverletzungsdelikte geprägt wird, hat sich im vergangenen Jahr eine positive Entwicklung aufgezeigt. Hier sind die Fallzahlen von 346 auf 323 Taten zurückgegangen (-6,65 %).

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität konnte im Auswertezeitraum erfreulicherweise ein Rückgang von 333 auf 292 Fälle -12,31 %) verzeichnet werden. Ein Großteil der bekanntgewordenen BTM-Delikte (meistens Cannabiskonsum) basiert auf der Auswertung von Chatverläufen sichergestellter Mobiltelefone, die in vielen Fällen zu Folgeverfahren gegen Personen aus dem Umfeld der Täter führen.

Von Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden begangene Straftaten

Kinder: von 147 Tatverdächtigen begingen

Ladendiebstahl 41

Körperverletzungen 36

Sachbeschädigungen 30

Beleidigungen 8

Schwere Diebstähle 8

Jugendliche: von 489 Tatverdächtigen begingen

Körperverletzungen 129

Rauschgiftdelikte 129

Ladendiebstähle 97

Sachbeschädigungen 60

Schwere Diebstähle 27

Beleidigungen 40

Heranwachsende: von 527 Tatverdächtigen begingen

Rauschgiftdelikte 156

Körperverletzungen 127

Ladendiebstähle 35

Fazit von Polizeipräsident Thomas Ring

„Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeidirektion haben die neuen Herausforderungen und schwierigen Aufgaben in 2020 hervorragend erfüllt. Dafür möchte ich mich bei allen Polizeibeschäftigten herzlich bedanken. Insbesondere können wir mit der landesweit höchsten Aufklärungsquote sowie den Rückgängen der Wohnungseinbruchdiebstähle zufrieden sein. Klar ist aber auch, dass wir nicht nachlassen dürfen. Wir werden uns weiterhin mit großem Engagement für die Belange unserer Bürgerinnen und Bürger einsetzen.“

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln