Verkehrsunfälle 2020

2020 ereigneten sich auf den Straßen des Landkreises Stade 4.152 Verkehrsunfälle. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 625 Verkehrsunfälle/13,08 %.

Zehn Personen (+3) verloren im letzten Jahr durch Verkehrsunfälle ihr Leben (fünf Pkw-Fahrer, drei Fußgänger, ein Radfahrer sowie ein Pedelecfahrer).

Mit den sinkenden Gesamtunfallzahlen ist auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden gesunken. 126 Personen (-19) wurden schwer verletzt, 615 (-114) leicht verletzt. Als schwerverletzt gilt jeder Beteiligte, bei dem durch die Unfalleinwirkung ein Krankenhausaufenthalt von mehr als 24 Stunden erforderlich war.

Rund 69 % aller Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb, 29 % außerhalb geschlossener Ort-schaften und 2 % auf der A 26.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle auf der BAB 26 stieg von 62 in 2019 auf 90. 17 Beteiligte wurden leicht und vier schwer verletzt.

Auf den Straßen im Landkreis Stade kam es statistisch gesehen freitags am häufigsten zu Verkehrsunfällen, die wenigsten Unfälle geschahen sonntags.

Altersgruppen

Wie im Vorjahr ist die Zahl der verletzten Kinder (0-14 Jahre) gesunken. 42 Kinder im Alter bis 14 Jahren erlitten Verletzungen, sechs davon schwere. Keiner der schwächsten Verkehrsteilnehmer ist ums Leben gekommen.

Die Zahl der Schulwegunfälle sank stark von elf auf vier. Grund hierfür könnte der pandemiebedingte Wegfall des Präsenzunterrichts seit März 2020 sein.

Die Gruppe der Fahranfänger (18-24 Jahre) ist unverändert mit knapp 20 % am Gesamt-unfallgeschehen beteiligt. Die Zahl der Verletzten in dieser Altersgruppe ist jedoch gesunken. 133 junge Leute erlitten Verletzungen (Vorjahr 167), davon 20 schwer und 113 leicht. Eine 18jährige Fahranfängerin verlor ihr Leben auf der L 123 in Issendorf im April des Jahres 2020. Sie kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Ihre Beifahrerin verletzte sich dabei schwer.

Hauptunfallursache der Fahranfänger war ein ungenügender Sicherheitsabstand, gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit.

Insgesamt erlitten 94 Senioren (ab 65 Jahre) bei Verkehrsunfällen Personenschäden, davon 23 schwere. Vier Senioren erlitten tödliche Verletzungen (alle in der Altersgruppe über 75). Die Hauptunfallursache bei den Verkehrsunfällen in der Altersgruppe ab 65 sind Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, gefolgt von ungenügendem Sicherheitsabstand Der Anteil der Senioren ab 65 Jahre am Gesamtunfallgeschehen liegt wie im Jahre 2019 bei 23 %.

Verkehrsbeteiligungsarten

Bei den Verkehrsunfällen mit Fußgängern ist ein geringer Zuwachs zu verzeichnen. Bei insgesamt 69 Verkehrsunfällen (+2) mit Fußgängerbeteiligung verletzten sich 42 (+2) leicht, 15 (+5) schwer und drei Fußgänger verloren ihr Leben im Straßenverkehr. 91 % der Fußgänger sind innerhalb geschlossener Ortschaften verunglückt.

Es wurden 213 Verkehrsunfälle mit Radfahrern aufgenommen (-32), davon 34 Pedelecfahrer (+7).

Während im Jahr 2016 knapp 90 % der Pedelecfahrer bei Verkehrsunfällen der Altersgruppe Ü55 angehörten, waren im Jahr 2020 Pedelecfahrer in allen Altersgruppen von 15 bis 94 beteiligt.

130 Radfahrer wurden leicht (2019: 158) und 25 schwer verletzt (2019: 34).

Ein Radfahrer und ein Pedelecfahrer kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Beide trugen keinen Fahrradhelm.

Knapp 90 % aller Fahrradunfälle passierten innerhalb geschlossener Ortschaften.

Unfallschwerpunkte an bestimmten Örtlichkeiten waren nicht auszumachen, jedoch kann festgestellt werden, dass Unfälle mit Radfahrerbeteiligung sich häufig an Zufahrten zu Grundstücken und Parkplätzen ereigneten. Zudem wurden Radfahrer, die die falsche Seite des Radwegs nutzten, häufiger durch ein- oder abbiegende Fahrzeugführer übersehen.

Bei ca. 10 % aller Unfälle waren Radfahrer allerdings alleinbeteiligt bzw. der Unfall resultierte aus Konfliktsituationen zwischen zwei Radfahrern.

Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen („E-Scootern“) waren auch im Jahr 2020 nicht zu verzeichnen.

2020 ereigneten sich 104 Unfälle mit Beteiligung von Krafträdern (Vorjahr 105). Kein Kradfahrer verlor sein Leben (2019: 1). Die Zahl der schwerverletzten Kradfahrer sank von 20 auf 16, die der Leichtverletzten von 49 auf 45.

Lkw waren bei insgesamt 402 Verkehrsunfällen (-54) beteiligt. Vier Personen wurden schwer und elf leichtverletzt.

Ursachen

Die personenbezogene Hauptunfallursache war im Jahr 2020 ungenügender Sicherheitsabstand, gefolgt von Fehlern beim Wenden oder Rückwärtsfahren. Viele der Unfälle mit Schwerverletzten oder Toten waren auf eine nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Die Zahl der Unfälle, bei denen ein Beteiligter unter Alkoholeinfluss stand, sank im Vergleich zum Vorjahr von 74 auf 62. Einfluss von Betäubungsmitteln oder Medikamenten wurde bei sieben Unfällen festgestellt (Vorjahr 11). Die Zahl der sogenannten folgenlosen Alkoholdelikte (Fahrt unter Alkoholeinfluss ohne Verkehrsunfall) ist von 284 auf 267 gesunken, die folgenlosen Btm-/ Medikamenten-Delikte sind von 261 auf 195 gesunken.

Bei 699 (2019: 788) Verkehrsunfällen war die Fahrbahn kreuzendes Wild ursächlich.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Wie in den Vorjahren entfernte sich bei knapp einem Viertel aller Unfälle ein Beteiligter bei einer Aufklärungsquote von 45,47 % unerlaubt vom Unfallort. Gut 2/3 der Unfallfluchten geschahen auf Parkplätzen oder im ruhenden Verkehr. In 46 Fällen (Vorjahr 56) waren sogar Personenschäden die Folge (Aufklärungsquote 45,65 %).

Beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort („Fahrerflucht/Unfallflucht“) liegt das Strafmaß laut § 142 StGB bei einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Bitte melden Sie selbst verursachte oder beobachtete Verkehrsunfälle umgehend der Polizei.

Diagramm Verkehrsunfälle Leichtverletzte und Schwerverletzte  
Diagramm VU mit Todesfolge  
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