Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2013 für die Polizeidirektion Lüneburg

Mit insgesamt 77.381 Fällen liegt die erneut deutlich rückläufige Anzahl der Straftaten (2012: 78.758 Straftaten) im zweiten Jahr hintereinander unter 80.000. Die Aufklärungsquote (AQ) konnte dabei mit 60,94% (2012: 60,62%) zum wiederholten Mal auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden.

Damit ist die Polizeidirektion Lüneburg eine der sichersten Regionen in Niedersachsen.

Dies teilte Polizeipräsident Friedrich Niehörster bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2013 für die Polizeidirektion Lüneburg (Zuständigkeitsbereich: Landkreise Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Stade, Harburg, Rotenburg/W., Heidekreis und Celle) mit. Wie er weiter hervorhob, ist die Aufklärungsquote im langjährigen Vergleich seit 2004 um gut neun Prozentpunkte gestiegen. Außerdem habe die Gesamtkriminalität im selben Zeitraum um über 6.000 Straftaten abgenommen. „Das ist eine hervorragende Bilanz für die Sicherheit unserer Bürger", sagte Niehörster.

Sein Dank für das erneut positive Abschneiden der Polizeidirektion Lüneburg galt zunächst allen Polizeibeamtinnen und -beamten, die ihre Arbeit Tag für Tag mit großem Engagement erledigen und mit ihrem Fleiß und ihrem umfangreichen Fachwissen seit vielen Jahren Garanten für gute Polizeiarbeit sind. „Ich danke aber auch den Bürgerinnen und Bürgern, die auch im vergangenen Jahr wieder „Ihre" Polizei unterstützt haben. Nur gemeinsam wird es uns gelingen, auch in den nächsten Jahren bei der Bekämpfung der Kriminalität so erfolgreich zu sein", lobte Niehörster die Bürgerinnen und Bürger in der Polizeidirektion Lüneburg.

Insbesondere bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls greifen polizeiliche Konzepte und sorgen für eine leicht gestiegene Aufklärungsquote in diesem Bereich. Gerade hier geht der Dank auch an die Bürger, die die polizeiliche Präventions- und Ermittlungsarbeit unterstützen und Tipps zum Einbruchschutz wirksam umsetzen.

Diebstahlsdelikte nehmen zwar den größten Anteil an den Gesamtstraftaten ein, sind aber in ihrer Gesamtzahl deutlich rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Gerade bei den schwer aufzuklärenden Fällen, wie beim Einbruchdiebstahl, konnte die Aufklärungsquote auf dem guten Wert des Vorjahres gehalten und sogar noch ein wenig gesteigert werden.

Bei der Kinder- und Jugendkriminalität setzt sich der positive Trend sinkender Zahlen fort. Hier wurden erneut weniger Straftaten und Straftäter registriert.


Einbruch
Einbruch.
Bildrechte: Polizeiakademie Niedersachsen

Die Einzelbetrachtungen:

Häufigkeitszahl wieder auf einem erfreulich niedrigen Wert

60,94% (2012: 60,62 %) der Straftaten konnten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden.

Die Bürgerinnen und Bürger in der PD Lüneburg können sich sehr sicher fühlen. Eindrucksvoll wird dies durch die Häufigkeitszahl (HZ) belegt. Diese spiegelt die Anzahl registrierter Straftaten pro 100.000 Einwohner wider. Ihr Wert liegt bei 6.345 (Landesdurchschnitt 7.015).

Insgesamt sind im Jahr 2013 in der PD Lüneburg 77.381 Fälle (2012: 78.758) in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert worden. Davon konnten insgesamt 47.158 Straftaten aufgeklärt werden. Die Zahl der Tatverdächtigen sank auf 32.886 (2012: 33.702).

Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung)

Bei der Zahl der Straftaten gegen das Leben mussten 56 Taten verzeichnet werden. Die AQ liegt hier bei über 90 Prozent.

Weiterhin weniger minderjährige Tatverdächtige

Im vergangenen Jahr konnte in den Altergruppen der Kinder (bis 14 Jahre), der Jugendlichen (14-17 Jahre) und Heranwachsenden (18-21 Jahre) ein Rückgang der Tatverdächtigen verzeichnet werden.

Insgesamt sank die Zahl um 786 Täterinnen und Täter auf 8.023. Den größten Anteil an begangenen Straftaten in dieser Altersgruppe nehmen Diebstahlsdelikte ein. Auffällig ist leider ein Anstieg bei der Zahl der Rauschgiftdelikte. Hier stieg die Zahl um 14,3 % an.

Rückläufiger Trend in der Diebstahlskriminalität setzt sich fort

Erfreulicherweise ging die Zahl der Diebstahlsdelikte erneut um 1.218 Taten auf 30.442 (2012: 31.600) Fälle zurück. Die sog. „Eigentumsdelikte ohne erschwerende Umstände" verzeichnet die Statistik mit 15.869 Taten und die „Eigentumsdelikte unter erschwerenden Umständen" (hierzu zählt auch der Wohnungseinbruchdiebstahl) sinken um -428 Fälle auf 14.573 Einzelfälle.

Auch wenn die Diebstahlsdelikte den größten Anteil an den Gesamtstraftaten haben, ist in der Langzeitbetrachtung seit 2004 festzustellen, dass die Diebstahlszahlen stark gesunken (2004 noch 41.749 Taten) sind. Die Aufklärungsquote pendelte sich auf einen Wert von 33,54 Prozent ein (2010: 33,26 %; 2011: 35,36 %, 2012: ~34 %).

Dennoch stieg beim Einbruchsdiebstahl in Wohnungen die Zahl der Fälle um 121 auf 2.844 an (2012: 2.723 ), allerdings verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr die AQ in diesem Deliktsfeld deutlich auf 28,73 % Prozent (2012: 22,62 %). Besonders belastet sind hier die Polizeiinspektionen Harburg, Heidekreis und Rotenburg.

Ein strategischer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit 2013 bestand erneut darin, Eigentumskriminalität zu verhindern und aufzuklären. Denn neben der polizeilichen Arbeit können hier die Bürger in erheblichem Maße selbst tätig werden.

Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen sind z.B. Gesprächs- und Beratungsangebote -auch für größere Gruppen-, Maßnahmen zum Tag des Einbruchsschutzes, die „10 Goldene Regeln für sicheres Wohnen", gezielte Öffentlichkeitsarbeit und im Rahmen von gezielten Präventionsstreifen (Fuß/Rad) verteilte Informationsblätter, die Anwohner, sowie Haus- und Wohnungsbesitzer etwa auf offen stehende Fenster und Türen hinweisen.

Auch der Speichenkommissar bleibt ein wirkungsvolles Instrument in der Bekämpfung des Fahhraddiebstahls.

Nähere Informationen sind beispielsweise zu finden unter www.k-einbruch.de, www.polizei-praevention.de oder unter www.speichenkommissar.de

Rückgang bei der Gewaltkriminalität

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 11.569 Roheitsdelikte begangen, geringfügig weniger als im Vorjahr (11.809). Die AQ weist einen Wert von 91,26% bei den Rohheitsdelikten auf und ist damit so hoch wie noch nie seit dem Jahre 2001.

Körperverletzungsdelikte gehen spürbar um 3,95 % auf 7.958 (Vorjahr 8.285) Delikte zurück.

Die Zahl an Raubdelikten stagniert dagegen bei 537 Taten, wobei die Zahl an Raubüberfällen in Wohnungen eine Senkung um -23 Taten auf insgesamt 40 sinkt. Die AQ liegt in diesem Deliktsfeld bei 75 %.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Die Widerstandsdelikte gegen Polizeivollzugsbeamte sind in der PD Lüneburg im vergangenen Jahr um 36 Taten auf 305 Taten gestiegen. Die AQ im Jahr 2013 beträgt 99,02 % (2012: 98,47).

Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie die Internetkriminalität bleiben eine Herausforderung

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte stellen mit 16,67 Prozent (12.898 Delikte) einen deutlichen Anteil an der Gesamtkriminalität dar. Der gesamte Deliktsbereich ist mit plus 540 Fällen im Vergleich zu 2012 deutlich ansteigend bei einer hohen Aufklärungsquote von 82,42 Prozent.

Auch im Warenbetrug werden bei einer hohen AQ von 93,45 Prozent Straftatenzuwächse um plus 235 auf nunmehr 1.541 Delikte festgestellt.

Bei den Zahlen der Internetkriminalität sind nach mehrere Jahren mit sinkenden Zahlen in 2013 wieder angestiegen. Die IuK-Kriminalität im weiteren Sinne stieg um 330 Fälle auf 4.178 (2012: 3.848) an.

Dagegen ist die IuK-Kriminalität im engeren Sinne, zu der u.a. Ausspähen und Abfangen von Daten oder Computerbetrug und Computersabotage zählen, leicht rückläufig auf 591 Taten (2012: 618)

„Aufgrund der immer größer werdenden Bedeutung und Nutzung von Computern, Internet und datentechnischen Anwendungen in allen Bereichen der Gesellschaft müssen wir leider von einem weiteren Zuwachs an Kriminalität und einem großen Dunkelfeld in diesen Bereichen ausgehen", stellt Polizeipräsident Niehörster fest.

Daher genießt in der Polizeidirektion Lüneburg die Weiterentwicklung der Strategie zur Bekämpfung der Computerkriminalität hohe Priorität.

Sexualdelikte

Die Zahl der Sexualdelikte ist um 50 auf 804 Taten gestiegen.Die Steigerung der Zahl an Sexualstraftaten ist maßgeblich durch Verbreitung pornographischer Bilder und Beleidigungen auf sexueller Grundlage via Internet geprägt. Erfreulich ist der Rückgang bei den Delikten des sexuellen Missbrauchs an Kindern auf unter 200 zu sehen.

Rauschgiftkriminalität

Die Rauschgiftkriminalität weist steigende Fallzahlen auf. Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz summieren sich auf plus 377 Fälle zu insgesamt 3.773 Fällen bei einer AQ von 97,32% auf. Dies ist in erster Linie auf intensive polizeiliche Maßnahmen zurückzuführen, da erfahrungsgemäß die meisten Rauschgiftdelikte mit Zunahme von Fahndungs- und Ermittlungsdruck erst aus dem Dunkelfeld geholt und bekannt werden (sogenannte „Hol-Kriminalität").

Sachbeschädigungen

Hier setzte sich der Trend rückläufiger Zahlen fort. 472 Fälle wurden weniger registriert, so dass insgesamt nur 8.727 Taten zu Buche standen. Die AQ konnte auf der - für diese Deliktsgruppe vergleichsweise hohen - Marke von 37,45% (2012: 38,17 %) gehalten werden.

In der Anlage finden Sie eine statistische Aufstellung wichtiger PKS-Daten für die PD Lüneburg im Detail.

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